Die Entwurmungsstrategie bei Pferden hat sich grundlegend geändert. Statt pauschal alle 8 Wochen zu entwurmen, empfehlen Tierärzte heute die selektive Entwurmung. Was das bedeutet und wie du es richtig machst.
Selektive Entwurmung: Der neue Standard
Statt blindes Entwurmen nach Kalender wird zuerst eine Kotprobe (Eizählung, McMaster-Methode) gemacht. Nur Pferde mit hoher Eiausscheidung (>200 EPG) werden behandelt.
Warum selektiv?
- Resistenzen: Durch jahrelanges Überentwurmen sind viele Wurmpopulationen resistent gegen gängige Wirkstoffe
- Refugien: Nicht alle Würmer müssen weg — ein Grundbestand im Pferd trainiert das Immunsystem
- Kosten: Kotprobe (15–25€) ist günstiger als 4× jährlich Entwurmen
Wirkstoff-Übersicht
| Wirkstoff | Handelsname (Bsp.) | Wirkung gegen | Wann? |
|---|---|---|---|
| Ivermectin | Eraquell, Bimectin | Große + kleine Strongyliden, Spulwürmer | Herbst/Winter |
| Moxidectin | Equest | Strongyliden + enzystierte Larven | November/Dezember |
| Pyrantel | Banminth | Spulwürmer, Bandwürmer (doppelte Dosis) | Frühling |
| Fenbendazol | Panacur | Kleine Strongyliden (5-Tage-Kur) | Bei Befall |
Jahresplan
- März/April: Kotprobe → nur bei >200 EPG behandeln (Pyrantel oder Ivermectin)
- Juni/Juli: Kotprobe → selektiv behandeln
- September/Oktober: Kotprobe → selektiv behandeln
- November/Dezember: Strategische Winterentwurmung (Moxidectin gegen enzystierte Larven) — für alle Pferde empfohlen
Häufige Fehler
- Unterdosierung: Gewicht schätzen reicht nicht — Waage oder Maßband nutzen
- Weidemanagement vergessen: Abäppeln alle 2–3 Tage ist effektiver als jede Wurmkur
- Neue Pferde nicht untersuchen: Jedes neue Pferd erst Kotprobe, dann ggf. Quarantäne-Entwurmung
Termine nie vergessen
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